Der Tierschutzverein Steckborn und Umgebung hat in Zusammenarbeit mit dem Natur- und Vogelschutz­verein letztes Jahr begonnen, den Strassenabschnitt zwischen Berlingen und Mannenbach mit einem Schutzzaun für Amphibien zu versehen.

Beim sogenannten «Chrotteloch» wurde jeweils ab Mitte März während 2 Monaten jeden Abend der Abschnitt kontrolliert, Erdkröten und Grasfrösche eingesammelt und über die Strasse an den See transportiert. So konnten letztes Jahr 220 Tiere vor dem Strassentod gerettet werden.

Auch dieses Jahr fand die aufwändige Aktion wieder statt, doch war die Zahl der gesammelten Erdkröten auf 128 geschrumpft.  Der Rückgang der Anzahl Erdkröten, aber auch anderer Amphibien, konnte schweiz­weit an mehreren Zugstellen beobachtet werden. Als Ursache werden die relativ trockenen letzten Jahre und besonders die ungünstigen aktuellen Wetterverhältnisse diskutiert. Der Rückgang an Amphibien in der Schweiz wird schon seit langem beobachtet, doch hat er sich in den letzten Jahren beschleunigt, inzwischen sind 70% der einheimischen Tierarten auf der Roten Liste. Nicht nur das sich verändernde Klima, auch die Trockenlegung von Feuchtgebieten, das zunehmende Verkehrsaufkommen sowie Landverbauungen der letzten Jahrzehnte schränken den Lebensraum der Amphibien in grossem Stil ein.

Die Erdkröte, Bufo bufo, lebt im Wald und ernährt sich dort von Insekten, Regenwürmern, Schnecken und Spinnen. Für die Paarung im März - April wandern sie in Uferzonen von Weihern und Seen. Diese Wande­rung ist stark wetterabhängig, so ziehen sie erst nachts los, wenn es über 5 Grad bleibt und regnet. Dabei haben sie eine starke Bindung an den Laichort und sind nur sehr schwer umzusiedeln.

Um wenigstens diese kleine und schrumpfende Gruppe der Berlinger Erdkröten zu retten, wird die Aktion auch nächstes Jahr nochmals durchgeführt.